SAP MM & Analytics

SAP Einkaufsreporting: KPIs von BANF bis Rechnung

Ein Dashboard wird erst dann steuerungsrelevant, wenn Status, Beträge und Zeitbezug fachlich eindeutig sind. Im Einkauf bedeutet das: Bedarf, Freigabe, Bestellung, Wareneingang, Rechnung und Obligo müssen zu einem konsistenten Prozessbild verbunden werden.

Wannsee.IT WissenStand: 5. August 2026Lesedauer: ca. 8 Minuten

Ausgangspunkt

Nicht mit dem Dashboard beginnen.

Viele Reporting-Projekte starten mit verfügbaren Tabellenfeldern oder Visualisierungswünschen. Besser ist eine fachliche Frage: Welche Bestellung benötigt Aufmerksamkeit, welches Budget ist bereits gebunden und an welcher Stelle entsteht die Verzögerung?

  • Steuerungsfrage definieren
  • Statusmodell fachlich festlegen
  • Betragslogik und Währung klären
  • Zeitpunkte und Durchlaufzeiten definieren
  • Datenquellen und Aktualität dokumentieren
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Prozesskette

Von der Anforderung bis zur Rechnung.

Ein verständliches Statusmodell verbindet fachliche Ereignisse, ohne jeden technischen Belegstatus ungefiltert in das Dashboard zu übernehmen.

Geplant

Ein Bedarf ist fachlich bekannt, aber noch nicht als BANF oder Bestellung im System angelegt.

Angefordert und freigegeben

Die BANF ist erfasst und hat die relevanten Freigabeschritte durchlaufen.

Bestellt

Eine Bestellung bindet Budget und erzeugt das Bestellobligo.

Geliefert

Wareneingänge reduzieren offene Mengen und verändern die Obligo-Betrachtung.

Berechnet

Rechnungseingang und Buchung schließen den finanziellen Vorgang schrittweise ab.

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Kernkennzahlen

KPIs müssen eine Handlung auslösen können.

Offenes Bestellobligo

Bestellwert abzüglich bereits erfasster Wareneingänge oder Rechnungen – abhängig von der fachlich vereinbarten Logik.

Offener Wareneingang

Bestellte Menge oder Wert, für die noch kein vollständiger Wareneingang vorliegt.

Offene Rechnung

Gelieferte Leistung, für die noch keine vollständige Rechnungsbuchung erfolgt ist.

Durchlaufzeit

Zeit zwischen Bedarf, Freigabe, Bestellung, Lieferung und Rechnung – getrennt nach beeinflussbaren Phasen.

Datenmodell

Belege verbinden, ohne Zeilen zu vervielfachen.

BANF, Bestellung und Historie haben unterschiedliche Granularitäten. Ein naiver Join kann Beträge vervielfachen. Das Modell braucht deshalb definierte Faktentabellen, Schlüssel und Aggregationsregeln.

Typische SAP-Quellen

  • EBAN für Bestellanforderungen
  • EKKO und EKPO für Bestellungen
  • EKBE für Bestellhistorie
  • EKET für Liefertermine
  • Material- und Rechnungsbelege für WE und RE
  • CO-/Budgetdaten für Kontierung und Mittelbindung

SAP Analytics Cloud

Eine Story ist die letzte Schicht, nicht das Datenmodell.

SAC sollte ein stabiles semantisches Modell nutzen. Status, Kennzahl und Filterlogik müssen unabhängig von der einzelnen Visualisierung nachvollziehbar bleiben.

SAP- & BI-Beratung
  • Management-Übersicht mit wenigen steuerungsrelevanten KPIs
  • Drilldown nach Organisation, Warengruppe, Kontierung und Zeitraum
  • Aging für offene Vorgänge
  • Ausnahmelisten für konkrete Bearbeitung
  • Dokumentierte Berechnungslogik je Kennzahl

Häufige Fehler

Technisch richtige Zahlen können fachlich irreführend sein.

Endlieferungs- und Endrechnungskennzeichen, Stornos, Teilmengen, Mehrfachkontierungen, Währungen und historische Änderungen beeinflussen die Aussage. Diese Regeln gehören in die KPI-Dokumentation.

  • Bestellwert wird mit Obligo gleichgesetzt.
  • Wareneingang und Rechnung werden ohne Statuskontext addiert.
  • Durchlaufzeiten nutzen falsche Start- oder Endzeitpunkte.
  • Stornierte oder erledigte Positionen bleiben in offenen Listen.
  • Dashboardfilter verändern unbemerkt den Nenner einer Kennzahl.

Nächster Schritt

Reporting fachlich prüfen, bevor neue Visualisierungen gebaut werden.

Das SAP Reporting Review bewertet Steuerungsfragen, Kennzahlen, Quellen, Statuslogik und das Zielbild für SAC oder andere BI-Werkzeuge.

SAP Reporting Review